BERLIN TO KOPENHAGEN

Die Idee entstand letzten Sommer, irgendwo zwischen Berlin – Paris und dem, was danach kam.Den Enthusiasmus der letzten 1300 km noch in den Knochen, hatte Mark beschlossen, nach Kopenhagen zu fahren.Als dieses Vorhaben im Frühjahr immer öfter ins Gespräch kam und sich immer mehr Leute dafür begeistern ließen, begannen wir zu planen und die Tour nahm gestalt an.

Tag 1:

27.Juli, 9:00 morgens, Brandenburger Tor

Eh alles Gepäck im Joker Mobil verstaut, Roadbooks verteilt und wir aufbruchbereit waren, zeigte die Uhr 10:30 und es ging mit einer Stunde (heimlich eingeplanter) Verspätung los in Richtung Hamburg.

Tagesziel: unbekannt – irgendwo, etwa in der Mitte zwischen Berlin und Hamburg.

Für gutes Wetter hatten wir seit Wochen gebetet und immer fleißig aufgegessen. Der Lohn waren 30Grad + im Schatten und der blieb uns auf 90% des Weges verwehrt. Die Hüllen fielen bereits nach den ersten 30km. Vorbildlich hatte der ein oder andere sogar an Sonnenmilch gedacht – und in die Tasche im Auto gepackt. 😉 Klärchen war an diesem Tag sichtbar fleißig!

Unsere Karten sagten uns auf 2/3 der Strecke Wasser vorraus. Was auch immer das für ein Tümpel sein mag, wir müssen da rein! Spätestens hier begann unsere sich durch den Großteil der Reise ziehende Glückssträhne. Ein Naturbadesee vom Feinsten. Klamotten runter und schon waren die ersten im Wasser und wollten garnicht wieder raus. Wir sollten an diesem Tag noch öfter Wasser sehen. Wir hatten unsere Route zwar geplant, doch auch Google Maps weiß nicht alles und so standen wir plötzlich vor einer Straße die ins Wasser endete und auf der anderen Seite des  15m breiten Flusses weiter ging. In der Mitte eine kleine Fähre, die zwischen den Ufern pendelte. So betrat unser „Captain zur See“ das erste Mal auf diesem Trip ein Wassergefährt dessen echter Captain uns ganz nebenbei zu unserem Campingplatz für diese Nacht verholf.

Klausis Camping- und Badeparadies. Mit Worten nicht zu beschreiben. Ein Pool, ein Papagei, Campingplatz inklusive Duschen und Klausi für schlappe 5€ pro Nase! Zelte fix aufgebaut, die Bande an den Tisch getrommelt und bei  Bierchen und Nudeln mit Tomatensoße den Tag ausklingen lassen…

Tag 2:

Tagesziel: Unbekannt II

Es sollte eigentlich nach Hamburg gehen. Da wir trotz großer Bemühungen unsererseits und der Suicycle Jungs (Danke nochmal!) aber keinen Schlafplatz auftreiben konnten,  wurde der Plan geändert und an Hamburg vorbei gefahren. Klausi gab uns beim Aufbrechen den Tipp am Elbufer entlang zu fahren nachdem er die kurze Geschichte seines 17. erlegten Waschbären dieses Jahr zum besten gegeben hatte. Klausi, wir mögen dich wirklich, aber der Vorschlag mit der Elbe war großer Rotz! Super bescheidene Wege, welche das Hintereinanderfahren auf maximal 2 Spuren echt zu einer riesen Herausforderung machten und an den Nerven zehrten. Wir entschieden uns dann, auf  den ursprünglich geplanten Weg zurück zu kehren doch auch das gelang uns nur Teilweise, denn als wir am vereinbarten Ziel ankamen, stellte sich heraus das sehr viele Wege nach Rom geführt hatten. Einige waren in Kamerun gewesen, andere auf dem Deich.

Nach dem Tag der Sonne sollte dies der Tag des Windes werden. Da half auch die beste Windschattenformation nichts. Das olle BlasePusteDing wechselte alle 3 Minuten von Gegen- zu Seitenwind und machte die Etappe reichlich beschwerlich. Highlight des Tages war eindeutig das Schützenfest in der schönen Stadt Gohrleben. Alle strahlten und so waren wir trotz Wetterkapriole  hoch motiviert. Dort angekommen, gleiches Szenario: Zelte, Essen, Quatschen, ab in die Schlafsäcke.

Tag 3:

Tagesziel: Missunde (fast Ostsee)

Wie jeden Tag klingelte 7:30Uhr der erste Wecker. An diesem Tag sogar berechtigt, denn wir mussten die „vergessenen“ Kilometer der letzten Tage wieder aufholen. Vor uns lagen 185km und diesmal war nichts mit Kilometer sparen, denn der Zeltplatz war reserviert. Also ab auf die Räder und rein in den Regen.

3.Etappe, 3.Wetterextrem, es schiffte wie aus Gießkannen und Petrus meinte es mit der Abkühlung definitiv etwas zu gut.

Die Route beinhaltete 15km Schnellstraße. 15km im ströhmenden Regen, Sichtweite 5Meter, exakt bis zum rot leuchtenden Rücklicht des Vordermannes mit dem Nachteil, dass man sämtliches Spritzwasser trotz langer Schutzbleche ins Gesicht bekam und deshalb noch weniger sah. Auf der Hälfte der Strecke: teilweiser Kleidungswechsel, denn auch unsere an der Tankstelle entworfenen, höchst modischen Plastik Überzüge für Endgliedmaße und das zum Windschutz unter die Trikots und Hosen gesteckte Zeitungspapier hatten den Geist aufgegeben. Wir hatten sowas wie Glück, denn die letzen 80 km waren dann nur noch von normalem bis Nieselregen geprägt und so kamen wir nach einer dringend benötigten Stärkung in Rendsburg endlich in Missunde an. Der Zeltaufbau erreichte am 3. Tag die Schwierigkeitsstufe 2 – Aufbau im Dunkeln, glückte aber überraschend gut.

Tag 4:

Tagesziel: Aabenraa, Dänemark

Wir wurden von einem traumhaften Sonnenaufgang überm Bodden begrüßt der uns auf besseres Wetter hoffen ließ. Geduscht und gestärkt ging es ab zur Fähre. Nach dem Monstertag von gestern waren heut nur 80km zu bewältigen. An diesem Tag muss unbedingt unser Jokermobil Erwähnung finden, denn es ist Fahrstuhl gefahren! Das Auto ist Fahrstuhl gefahren! Flensburg, du spinnst!!!

Der eingekaufte Biervorrat für Dänemark wurde bereits am ersten Abend stark geschmälert, schließlich musste auf Dänemark angestoßen werden. Nach dem abendlichen Biologie Unterricht gings in die Falle, nicht ohne das erste mal sentimental zu erwähnen das wir schon fast da sind und bereits 4 super geile Tage vergangen.

Tag 5:

Tagesziel: Nyborg Traumcampingplatz

Wer dachte, Dänemark wäre flach, ähm NEIN! Fehler! Wer die Oberlausitz kennt, kann sich vorstellen wie Dänemark beschaffen ist. Hoch, runter, hoch, runter und das auf schnurgeraden Straßen. Die Wegbeschreibung war einfach – geradeaus, nach 25km rechts, geradeaus bis zum Ziel. So in etwa.

Tag 5 sollte sich als der 2.Plattentag herausstellen. Die Herren der Schöpfung hatten stark mit dem Rollsplitt auf den trotzdem gut ausgebauten Fahrradwegen Dänemarks zu kämpfen. Ein Platten nach dem Anderen zwang sie, zu pausieren. Während dessen schwebten die  beiden Mädels elfengleich über den Splitt hinweg (anders können wir uns das nicht erklären 😉 ) und waren somit mega stolz zum Ersten mal vor den Jungs im Zwischenziel! Nach dem Mittagessen gings weiter. Vom Duft des Meeres angezogen flogen wir fast dem Campingplatz entgegen. ber die Hecke, 30Meter weiter lag das Meer. Wer ganz mutig war, warf allen Stoff ab und sprang ins kühle erfrischende Nass. Ein Traum. Nach dem Abendbrot saßen wir lange auf dem Steg, schließlich hatten wir um 00:00 ein Geburtstagskind.

Tag 6:

Tagesziel: Kopenhagen!!!

Mit eher wenig Schlaf, dafür umso größerer Vorfreude auf das Tourziel machten wir uns relativ spät auf den Weg. Es ging zum Bahnhof, denn die Brücke nach Sjælland durfe man leider nicht mit dem Rad überbrücken. Nachdem wir mit Charme und einer riesigen Portion Verwirrung die Ticketproblematik geklärt hatten, konnten wir in 2 Gruppen in den Zug einsteigen und die Inseln wechseln. Wie schon die ganze Tour lang splittete sich die Gruppe in kleinere Grüppchen auf. Somit hatten wir von den „chillen am Strand“ bis zu den „ganz ganz schnell nach Kopenhagen“ Leuten alles dabei.

Angekommen sind wir Alle am gleichen Ziel, mit mehr oder weniger Stadtrundfahrt.

Nach 5 Tagen Camping gönnten wir uns in Kopenhagen ein Hostel mit richtigen, echten, weichen Betten und Duschen ohne Geld und so lange man wollte. Mehr als Abendessen und bei einem gemeinsamen Bier den Tag und die Tour ausklingen lassen war nach Etappe 6 nicht drin. Selbst die, die doch noch Kraft übrig hatten, wollten sich diese für die Sightseeing Tour am nächsten Tag aufheben und so fielen wir alle recht „früh“ in die weichen Federn.

Fortsetzung folgt…………

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